KJW & Radhaus

Entgegen manchem Glauben ist das Radhaus kein staatliches oder privates Jugendzentrum oder gar ein kommerzieller Discobetrieb, sondern ein Arbeitskreis des Klever Jugendwerks e.V. und eine öffentliche Einrichtung, in der seit seiner Gründung Arbeit von Jugendlichen für Jugendliche geleistet wird.

Das Radhaus war immer schon eine der ersten Einrichtungen, die auf die Nöte und Bedürfnisse von Jugendlichen sowie auf gesellschaftliche Probleme reagierte. Beispielsweise wird bei uns, im Gegensatz zu Discotheken oder Kneipen, kein harter Alkohol verkauft. Unalkoholische Getränke kann man zu besonders günstigen Preisen erstehen, während alkoholische um einiges teuerer sind.

Wir Mitarbeiter des Hauses bilden uns regelmäßig weiter, z. B. durch Drogenpräventionsberatung und Deeskalationstrainings. Letzteres übten wir schon von Beginn an aus, als diese Form der Gewaltprävention den meisten Betrieben und Veranstaltern noch gar kein Begriff war.

Neben dem „Radhaus“ bildeten sich noch andere Arbeitskreise; diese und andere Gruppierungen, die das Haus nutzen, existieren teilweise heute noch und nehmen maßgeblichen Einfluss auf Kleves Jugendszene.

Es gab z. B. den Arbeitkreis Digital Influence, der Anfang der 1990er gegründet worden ist, und als einer der ersten es Jugendlichen ermöglichte, Computer in einer öffentlichen Einrichtung zu nutzen und sich bei Fragen auszutauschen, da dies zu dieser Zeit kaum einem Jugendlichen möglich gewesen wäre.

Die „Lila Pause Disco“, die 1994 gegründet worden ist und integrative Discos und Aktionen mit und für Menschen mit Behinderungen und psychischen Krankheiten durchführt (www.lilapausedisco.de), veranstaltet heute noch regelmäßig ihre Discos im Radhaus.

Der Arbeitskreis „Musik“, der die Konzerte und Veranstaltungen plant, die im Radhaus stattfinden, hat dafür gesorgt, bekanntere und sogar amerikanische Bands nach Kleve zu holen, was damals wie heute ein großer Erfolg für die niederrheinische Musikszene ist.

Ein bisschen Geschichte

Das Radhaus, wie ihr es heute kennt, existiert in dieser Form erst seit 1994. 1977 hatte es seine Räumlichkeiten noch an der Steinstrasse in Kellen, bis es 1983 an einen bekannten Discounter verkauft wurde. Glücklicherweise konnte man mit der Abfindungssumme, der Unterstützung der Stadt sowie einer extra aufgenommenen Hypothek das jetzige Haus am Sommerdeich kaufen. Allerdings war es damals ziemlich heruntergekommen und musste erst einmal von Grund auf renoviert werden, was die Mitarbeiter bis auf Kanal- und Dachdeckerarbeiten alles selbst vollbrachten. Im Juni 1984 konnte es endlich eröffnet werden.

Seitdem gab es eine große Fluktuation von Jugendgruppen im Haus, die Besucherzahlen an Samstagabenden schwankten zwischen 15 und 100 Leuten und es wurden kaum Einnahmen gemacht. Die Mitarbeiter hatten das Gefühl, dass das Geschehen nicht mehr konstruktiver Art war, und es war sozusagen die Luft raus. Das war 1989/90.

Doch motivierten Mitarbeitern gelang es, frischen Wind ins Haus zu bringen. 1991 wurde die Konzertbühne im Saal gebaut (Wo haben die Bands denn vorher gespielt? – „Na irgendwo in einer Ecke!“) und eine neue, moderne Anlage besorgt. Nach und nach wurde ein Musikprogramm mit festen DJs entwickelt und die Besucherzahlen konnten gesteigert werden.

1994 dann wurde in der Sommerpause das Haus aus Platzgründen vergrößert, so wie ihr es heute kennt. Der Saal und die Toiletten wurden ausgebaut und das Foyer errichtet, was nicht möglich gewesen wäre, wenn die Stadt nicht die Hälfte der Kosten übernommen und die Mitarbeiter nicht alles in unentgeltlicher Eigenarbeit geleistet hätten.

So ist es auch heute noch: Alle Mitarbeiter aus den verschiedenen Arbeitskreisen engagieren sich komplett ehrenamtlich; im AK Radhaus ist es z. B. beim sonntäglichen Hausputz, Umbauarbeiten während der Sommerpause usw. Und nein, auch für den Thekendienst gibt’s kein Geld.

Radhaus-Disco

Der Eintritt im Radhaus ist meistens frei. Einnahmen, die wir fast ausschließlich durch den Getränkeverkauf machen, fließen direkt wieder ins Haus. Die tollen Konzerte und Veranstaltungen, die wir auf die Beine stellen, könnten wir sonst nicht durchführen. Verständlich darum, dass Fremdgetränke nicht gern gesehen sind. Seit dem 01.07.08 ist das Rauchen im gesamten Haus ebenfalls verboten.

Wir möchten prinzipiell erstmal jedem Jugendlichen ermöglichen, bei uns einen netten Abend zu verbringen. Wir haben darum keine Türkontrollen und Kleidungsvorschriften. Wie in einem Jugendzentrum eben.

Aufgrund der gestiegenen Besucherzahl ist es für uns Mitarbeiter allerdings schwierig, uns um alles, was während eines Abends so anfällt, zu kümmern, da wir natürlich auch nicht immer in großer Zahl vertreten sein können. Darum wird es dem ein oder anderem bestimmt schon aufgefallen sein, dass wir seit nun zwei Jahren fast immer Security während der Discos dabei haben, wodurch wir in erster Linie unsere friedlich feiernden Gäste schützen wollen und uns nebenbei selbst enorm entlasten (Danke!).

Was denn noch?

Wie oben schon erwähnt, kann man bei uns keinen harten Alkohol kaufen, dafür unalkoholische Getränke besonders günstig.

Darum: Alle, die eine friedliche und gemütliche Party und ab und an mal die Alternative zur kommerziellen Disco(-musik) suchen, tanzen und einen netten Abend verbringen wollen, sind in unserem Haus immer willkommen!

Viel Spaß beim Feiern wünscht
euer Radhaus-Team.

MitArbeiterVersammlung (MAV)

Die MAV findet jeden Sonntag um 15 Uhr statt. Hier treffen sich die Mitarbeiter, um zum Beispiel die Veranstaltungen der letzten Woche zu reflektieren, Vorfälle und Probleme zu diskutieren, zukünftige Veranstaltungen, Thekendienstpläne, zu planen uvm.

Vor allem aber ist die MAV auch neben unserem Forum eine Plattform, um Gästen eine Möglichkeit zu bieten, Anregungen und Kritik an uns heranzutragen. Bei Problemen werden die Mitarbeiter immer versuchen, dir weiterzuhelfen.






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